Sonntag, 12. April 2009

Erste Begegnung - die Vogelmiere

Meine ersten Gehversuche im Bereich der Naturheilkunde machte ich vor Jahren mit der Vogelmiere (Stellaria media) - nicht gerade Gärtners Freund, wie ich mir habe sagen lassen.
Wohl, weil sie - anspruchslos und anpassungsfähig - nahezu überall zu finden ist. Brachland, Wegränder, Weinberge, Schuttplätze, und natürlich auch im heimischen Garten vor allem dort, wo man sie gerade gar nicht haben möchte...

Der Volksmund kennt für die Vogelmiere auch so klangvolle Bezeichnungen wie Sternmiere, Hühnermiere, Mausdarm oder Hühnerdarm.

Die Schönheit dieser Pflanze erschließt sich erst beim näheren Hinsehen. Die winzig kleinen sternförmigen weißen Blüten sind eine Pracht für sich, wie ich meine.

Tee
Ich habe aus dem Kraut (inkl. Blüten) regelmäßig einen Tee gekocht (2 TL auf 1/4 ltr. siedend heißes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, 2x täglich für ca. 14 Tage).
Vogelmiere wirkt harntreibend und somit entwässernd. Die Naturheilkunde bezeichnet sie weiterhin als schleimlösend, hustenstillend und antiviral.
Eine Teekur über 2-3 Wochen soll bei rheumatischen Erkrankungen helfen.

Umschläge
Was ich vielerorts las, jedoch bisher (glücklicherweise) in meinem Umfeld nicht anwenden konnte, ist der Einsatz bei stark juckenden oder brennenden Hauterkrankungen, auch Dermatitis. Hierzu soll ein starker Absud bereitet werden (also ein starker Tee, umgangssprachlich ausgedrückt), mit dem getränkte Kompressen auf die betroffenen Stellen aufgelegt werden.

Salat
Als mineralreiche und stark chlorophyllhaltige Pflanze gehört die Vogelmiere zu den Zutaten, die in keinem Frühjahrssalat fehlen sollten, nicht zuletzt auch wegen des Vitamin C-Gehaltes in den Blättern.

Tierfutter
Wer Stubenvögel hat, kann die Knospen gern als Ergänzung zum sonstigen Futter geben - der Name kommt nicht von ungefähr.
Auch unsere Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen freuen sich sehr über diese Futterbereicherung.

Küchentipp:
Eine halbe bis ganze Hand voll Vogelmiere mit ins Wasser zum Spargel kochen geben, das verfeinert und verstärkt den Geschmack des Spargels.
Das Kraut nachher natürlich NICHT essen, sondern entsorgen ;-)

Sammelzeit: ganzjährig
Pflanzenteile: Das ganze Kraut

Kommentare:

  1. Ja, der stark mineralische Geruch macht sich schon beim Herausreißen bemerkbar - unsere Hühner lieben sie.
    Schön beschrieben!
    LG
    Birgit

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  2. Hallo,
    da bedanke ich mich aber mal ganz pfotig und lieb bei dem Herrn mit der Begeisterung für die Kräuter. Diese nützlichen Ratschläge liest mein Frauchen mit Begeisterung.
    Es wird ganz sicher eine besonders schöne Blogseite, hier stecke ich also auch dann in Zukunft zwecks Erweiterung meiner grauen Zellen die Schnüffelnase rein. Vorsorglich habe ich vor - wenn ich darf - einen Link zu setzen.
    Wuff und LG an die drei vierbeinigen Kerle im Haus. Herrlich muss es ja dann bei Euch zugehen.
    Wuff Wuff
    Aiko

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  3. Tja, in meinem Gärtchen wachsen etliche Wildkräuter, da meine Schildkröten ausschließlich damit ernährt werden. Leider gehört die Vogelmiere nicht zu den beliebtesten Futterpflanzen bei meinen "Großen". Zum Glück lieben die Schildi-Babies diese aber - zumindest noch ... Das Rezept für den Tee liest sich gut - werde ich ausprobieren. Verwendest Du dafür frische oder getrocknete Vogelmiere?
    LG
    Petra Michaela

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  4. Liebe Petra,
    für den Tee lässt sich sowohl frische als auch getrocknete Vogelmiere verwenden. Ich bevorzuge die frische, da das Kraut ja mehr oder weniger das ganze Jahr verfügbar ist.
    Die Menge ist bei der Vogelmiere sowohl frisch als auch trocken ausnahmsweise gleich.

    Was ich ganz vergessen hatte zu schreiben (muss ich gleich noch nachholen!):

    Eine halbe bis ganze Hand voll Vogelmiere mit ins Wasser zum Spargel kochen geben! Das verfeinert den Geschmack des Spargels.
    Die gekochte Vogelmiere nachher natürlich NICHT essen, sondern entsorgen.

    LG
    Oliver

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  5. Hallo Oliver,
    oh, das sind aber gute Tipps. Nachdem nun schon die Schildkröten die Vogelmiere verschmähen (und ich sie seinerzeit extra wegen diesen habe wachsen lassen, so dass es reichlich gibt) und ich nicht immer Lust auf Vogelmiere im Quark habe, werde ich sie ganz sicher demnächst mit in den Spargeltopf geben.

    LG
    Petra Michaela

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