Eben, zu Beginn, kommt mir der Gedanke, dass der Volksname vielleicht nicht nur von der Form der Blätter herrühren könnte, sondern auch einen kleinen Hinweis auf die Okkupationsfreudigkeit dieser Pflanze in Bezug auf größere Bodenflächen gibt - mit allen fünf Fingern neues Land erobern...Ich wurde eher zufällig auf das Kriechende Fünffingerkraut (Potentilla reptans) aufmerksam, wobei der Zufall da schon in Anführungszeichen stehen müsste - eine nicht gerade kleine Fläche unseres Grundstücks war beim Erwerb desselben bereits seit längerem erfolgreich vereinnahmt worden.
Wer es kennt, dem ist vielleicht auch der Anblick von Gänsefingerkraut und Blutwurz bekannt, die ebenfalls zur Familie der Rosengewächse gehören. Aber ich will nicht zu botanisch werden ;-)
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Das Fünffingerkraut ist schlicht eine Unterstützung bei Magen- und Darmproblemen, wird auch in der Homöopathie für eben diese Bereiche angewendet.
Nicht nur durch seine Hauptinhaltsstoffe (Gerbstoffe, Tannine) wirkt es adstringierend, wundheilend und allgemein krampflösend.
Tee
Bei uns zuhause findet es als Tee und auch als Tinktur Anwendung.
Die Zubereitung ist recht einfach:
Für den Tee werden 2 TL der getrockneten und zerkleinerten Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergossen - 10 Minuten ziehen lassen, fertig.
2 Tassen täglich sollten genügen. Allerdings müssen diese schon über 1-2 Wochen auch regelmäßig getrunken werden.
Bei Hautproblemen
Umschläge oder Waschungen mit einem starken Tee (doppelte Menge an Kraut) helfen bei Pickeln und stark geröteter Haut.
Tinktur
Die Herstellung der Tinktur erfordert etwas Geduld, bietet sich aber besonders an, wenn man das Kraut an bestimmten Stellen einfach mal ganz loswerden möchte - also mitsamt der Wurzel. Denn diese wird nämlich benötigt.
Nachdem die Wurzeln gesäubert (unter fließendem Wasser kurz abreiben) und getrocknet wurden, werden sie (ungefähr eine Hand voll) mit dem berühmt-berüchtigten hochprozentigen Alkohol übergossen (ich nehme dazu 38%igen Doppelkorn vom Discounter meines Vertrauens). Wenn ich keine näheren Angaben finden kann, achte ich darauf, dass immer ca. 2cm Alkohol über den Pflanzenteilen stehen.
Nach 2 Wochen verschlossenem Ziehen lassen wird die Tinktur gefiltert, die Wurzeln dabei mit der Hand ausgepresst.
Leider sind wir noch nicht ganz fertig:
Jetzt kommen ungefähr 4 EL zerkleinerte frische Fingerkrautblätter hinzu (oder getrocknete, dann aber nur 2 EL) und wir lassen das Ganze nochmals zwei Wochen ziehen.
Als hätte man es geahnt - der Kaffeefilter kommt wieder zum Einsatz und jetzt ist die Tinktur auch fertig.
Ich habe die Tinktur erst zweimal bei mir selbst eingesetzt und dabei 15 Tropfen täglich bis zum Abklingen der Beschwerden (in meinem Fall drei Tage) genommen.
Grundsätzlich
All diese Infos sollen natürlich keine Anleitung zum wilden Herumexperimentieren mit der eigenen Gesundheit sein. Auch Pflanzenextrakte sind kein harmloses Spielzeug, sondern Chemie pur. Und bei anhaltenden Beschwerden ist IMMER der Gang zum Arzt angesagt!
Historisches
Bereits die griechischen Ärzte setzten das Fünffingerkraut zur Behandlung auch bei Entzündungen (durch die fiebersenkende und adstringierende Wirkung), Drüsenschwellungen und Zahnschmerzen ein.
Auch Paracelsus gab das Kraut als Mittel bei Zahnschmerzen an, ebenso zur Festigung lockerer Zähne.
Gelesen
Die innerliche Anwendung von Fünffingerkraut als Tee oder Tinktur soll (da es das Blut dünnflüssiger macht) bei Krampfadern empfehlenswert sein.
Sammelzeit:
Blätter im Frühling und im Sommer, Wurzeln im Herbst
Pflanzenteile:
Blätter und Wurzeln
